Mit Reagan und Jimmy Carter auf den Kilimanjaro

Die Kraterschläfer 2014: Eine Geschichte, bei der das Salz fehlt

Blick in den Krater

In der Dämmerung tauchen zwischen den Bäumen Zelte auf. Geschafft:  Das Umbwe Cave Camp auf fast dreitausend Meter Höhe ist erreicht. Gut 1.300 Höhenmeter liegen hinter uns. Zwischen knochigen alten Bäumen und Wurzeln liegt der ziemlich feuchte und beengte Zeltplatz. Von den Ästen hängen Moose und Bartflechten. Wir sind in der Regenwaldzone des Kilimanjaro. Auf dem Weg den höchsten Berg Afrikas zu besteigen – über die schwerste Route die „Western Breach“. Und damit noch nicht genug, die Gruppe plant auch noch oben auf dem Kraterplateau auf fast 5800 Metern zu  übernachten. 

 

Klar, dies ist keine normale Kilimanjarobesteigung, klar auch keine normale Wikingergruppe. Eine Sondergruppe organisiert vom Reiseleiter:  alle routinierte Weltreisende, die mit  mir schon auf anderen langen Trecks in großen Höhen unterwegs waren und zu Freunden wurden.  Über ein Jahr wurde die Reise akribisch vorbereitet und mit unserer Agentur in Tansania geplant. Knackpunkte sind die große Höhe bei der Kraterübernachtung und die steile Breach Wall, die als einziger Anstieg auf den Kili alpine Erfahrung fordert und zudem Steinschlag gefährdet ist. Dies zieht eine größere Menge an Sondergenehmigungen nach sich, die rechtzeitig besorgt werden müssen. Trotzdem kann die TANAPA, die tansanische Nationalparkbehörde, die Besteigung auf dieser Route und Übernachtung kurzfristig verbieten. Auf die Höhe haben wir uns schon am „kleinen Bruder“ des Kili dem Mount Meru vorbereitet. So blieb nur noch die Bürokratie. Aber jetzt sind wir ja da, an unserem ersten Lager….              

Abendstimmung am Crater Plateau

Keine Zivilisationsgeräusche! Ab und zu kreischen Vögel. Von unserer Begleitmannschaft hören wir nur murmeln, sie sind unsichtbar hinter den Büschen beschäftigt, hin und wieder kommt ein Träger an, dann unterbricht ein freudiges Rufen die Stille. Alle beziehen ihre Zelte,  nur ich stehe noch ohne Zelt da. Kurz durchgezählt und siehe da, ein Zelt fehlt noch. Der Grund ist ganz einfach. Bisher sind noch nicht alle Träger angekommen. Von  unseren Guides haben wir auch noch nichts gesehen. Nur Reagan – der Jüngste – ist mit uns aufgestiegen. Sein Chef, Jimmy Carter, (kein Scherz) wollte noch die Gepäckverteilung auf die Träger überwachen und dann schnell folgen. Nun fehlt von Ihm, meinem Zelt und dem Rest der Mannschaft jede Spur. Unser Gruppenzelt ist jedoch schon da, so können wir es uns darin erstmal bequem machen. Reagan wird immer nervöser, tippt auf seinem Handy, kein Lächeln mehr. Junge, was ist los? Irgendetwas stimme mit unseren Genehmigungen nicht. Jimmy sei noch zu einer weiteren Rangerstation gefahren um die fehlenden Genehmigungen zu holen. Oh Oh. Und das ist Afrika: die restlichen Träger warten, bis Jimmy wieder zurück ist. Egal ist das fehlende Zelt. Jetzt geht es um die Permits. Reagan bleibt verschlossen, kein Kontakt zu Jimmy. Es ist dunkel, wir warten.  Reagan kommt mit einem ziemlich traurigen Gesicht und niedergeschlagener Körperhaltung bei uns vorbei. Mit leiser Stimme meint er „Ich habe eine schlechte Nachricht für Euch!“

Im Aufstieg durch die Breach Wall

Was ist passiert? Noch immer fehlen Guides Träger und Permit! Gab es Probleme oder gar einen Unfall? Dann meint Reagan „Sorry, we have no salt!“ Das Abendessen fällt heute spärlich und vor allem ungesalzen aus! Das Salz sei bei Carter und der ist mit den Trägern und den Permits gerade erst am Umbwe Gate gestartet.  Wir sehen uns alle verdutzt an und müssen lachen. Nun versteht Reagan die Welt gar nicht mehr. Für ihn ist es eine „schlimme“ Nachricht und wir alle lachen. Dabei haben wir mit dem schlimmsten gerechnet. Sogar damit, eventuell wieder absteigen zu müssen.

 

Zum Abendessen gibt es heute nur Pellkartoffeln und Kraut. Natürlich ungesalzen!

Unser  Start in Tansania beginnt sieben Tage zuvor in Moshi, einer staubigen und quirligen Stadt mit knapp 160 000 Einwohner am Südhang des Kilimanjaro.  Unser Bus rumpelt die letzten Meter über die Zufahrtsstraße zum Springlands Hotel. Es ist Ausgangspunkt unzähliger Safarireisen und Kilimanjaro-Touren. Hier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Überall liegen Packsäcke mit Ausrüstungsgegenständen herum.  Abends feiern  erfolgreiche Kilimanjaro-Gruppen lautstark und feuchtfröhlich ihren Gipfelerfolg. Hoffentlich können wir in knapp zwei Wochen auch alle feiern. 

Das Springlands Hotel gehört zu ZARA Tours, der Partneragentur von Wikinger deren Inhaberin Zainab Ansell sich vor allem für eine faire Bezahlung und einen nachhaltigen Tourismus einsetzt. Zu den knapp 90 lizenzierten Kilimanjaro Guides die für ZARA arbeiten, gehören auch unsere drei: Reagan Kimaro, Jimmy Carter und Captain.  Mit ihnen war ich bei meinen zahlreichen Kilimanjaro Besteigungen noch nicht unterwegs. Die Chefin nennt sie nur „Das Team“, dann muss es ja klappen. 

Kili Kraterschläfer Expedition

Bild 1 von 5

Zum Ururuh Peak/ Im Hintergrund das Crater Plateau mit den Zeltplätzen

Mit den Jeeps rumpeln wir durch die Steppe des Arusha Nationalparks: Auftakt für unsere Tour zur Höhenanpassung, der Akklimatisation, auf den „Kleinen Bruder“ des Kilimanjaro den Mount Meru.

Bergsteigen beginnt hier zwischen Schirmakazien, Giraffen und Büffelherden. Nicht weit entfernt die Momella Farm in der Hardy Krüger 20 Jahre gelebt hatte und der Afrika Klassiker „Hatari“ gedreht wurde,  in dem John Wayne und Hardy Krüger 1960  ketterauchend Tiere für die Zoos in Europa und Amerika fingen.  Diese Tiere fehlen jetzt natürlich, weshalb wir im Aufstieg auch nur ein paar Colobusaffen sehen.  Selbst die Elefanten fehlen im Bergwald des ersten Anstieges. Grund dafür seien die  derzeit vielen Ameisen, erklärt Ranger Good Luck, der uns zum Schutz vor den gefährlichen Büffeln begleitet.  Drei Tage später werden wir dann zu Fuß ein paar Warzenschweine aufstöbern und bis auf wenige Meter an äsende Giraffen herankommen, ein einmaliges Erlebnis.      

Immer wieder gibt der Regenwald einen Blick auf den Gipfel des Little Meru, und später auch auf den Gipfel des Mount Meru frei. Am Aussichtspunkt „Mgongo wa Tembo,“ dem Elefantenrücken, machen wir eine längere Pause. Auch heute haben wir wieder Lunchpakete bekommen. Sie beinhalten die übliche Standardausrüstung:  ein Ei, Brötchen, Hühnerschenkel, Nüsse, eine Orange und ein Trinkpack. Während dieser Pause können wir wieder einen Blick auf unser morgiges Ziel werfen. Der Gipfel des Meru liegt direkt vor uns, noch trennen uns aber gut 1.500 Höhenmeter.

Unzählige Sterne leuchten über uns, es ist kurz vor zwei Uhr in der Nacht, wir schleichen hinter Jimmy durch die Ebene – sehr sehr langsam. Das Kriechtempo ist das Erfolgsrezept für die hohen Gipfel. Doch das ist uns zu langsam, die Zeit vergeht nicht, wir scheinen zu stehen, und das auf 3500  Meter Höhe. Trotzdem sagen wir nichts, denn es ist Feingefühl notwendig, um unsere Guides nicht zu brüskieren, wir werden noch einige Tage mit ihnen verbringen. Am Abend zuvor warnten uns Captain und Jimmy vor den Gefahren des Berges, vor tödlichen Abgründen und  risikoreichen Klettereien. Sie wissen nicht, dass die Meisten von uns in den Alpen schon deutlich schwerere Berge bestiegen haben. Woher auch? Sie kennen nur ihre zwei Berge und ihre normale Kundschaft, die sie bestmöglich umsorgen. Diese Fürsorge, die erfahrene Bergsteiger auch als Einschränkung empfinden können, wird die ansonsten hervorragende Stimmung zu unserem Team manchmal zum knirschen bringen. Aber sie wollen ja nur unser Bestes.

Kurz hinter dem Rhino Point beginnen die Schlüsselstellen des Berges, abschüssige Platten leiten nach unten. Kein Problem für uns. Es macht sogar Spaß, durch leichte Kraxelei dem eintönigen Stapfen in der Dunkelheit zu entfliehen. Dieser Abstieg wird erst auf dem Rückweg zur mentalen Schlüsselstelle, dann saugt der 50 Meter hohe Gegenanstieg nach der langen Nacht die letzte Kraft aus den Muskeln.

Über vier Kilometer zieht sich der Gipfelgrat des Mount Meru noch rund 800 Meter in die Höhe. Langsam weicht das Schwarz der Nacht dem Dunkelblau des Himmels. Im Osten die Silhouette des Kilimanjaro, dahinter ist ein leichtes Orange zu erahnen. Die Sonne kommt. Stirnlampen machen keinen Sinn mehr. Hinter uns strömen Wolkenmassen über den Rhino Point, direkt unter uns der Ash Cone des Mont Meru, der wie alle Erhebungen im Ostafrikanischen Grabenbruch vulkanischen Ursprungs ist. Der Ash Cone stammt vom letzten größeren Ausbruch vor 120 Jahren und stellt praktisch einen kleinen Vulkan im Vulkan dar. Seit 1910 ruht dieser allerdings.           

Der Meru war ursprünglich viel größer, ein gewaltiger Vulkanausbruch in Vorzeiten  hat den Berg buchstäblich zerfetzt und wir laufen auf den Resten des Bergriesen. Zum Glück, denn viele höher sollte der 4562 Meter hohe „Socialist Peak“ des Meru auch nicht sein. Die ungewöhnlich dünne Luft zeigt ihre Wirkung langsam, sehr langsam stapfen wir höher, die Sonnenstrahlen kriechen die Felsen zu uns herab. Endlich ist sie da. Es wird schlagartig wärmer. Mützen runter Handschuhe aus. Der Kili wirft einen langen Schatten in der Ebene zu uns herüber. Fotos,  Fotos, Fotos.  Plötzlich die grünblaue Fahne Tansanias, der Gipfel! Ein gewaltiger Rundumblick in die Steppenlandschaft. Auch der Meru wirft nach Westen seinen Schatten. Ist da vielleicht der Ol Doinyo Lengai? Der heilige Berg der Massai.  Auf jeden Fall sind die Klippen des Großen Afrikanischen Grabenbruchs oberhalb der Lake Manjara Nationalpark  zu sehen. Im Osten immer noch der Kili. Unsere geplante Aufstiegsroute dort ist zu sehen. Dazwischen silbern glänzend die Momella Seen, Heimat abertausender Flamingos.

Das einmalige beim Bergsteigen in Tansania ist die solitäre Stellung der Vulkane und damit verbunden der unendliche Blick in die Ebene darunter. Jetzt ist es fast taghell und man sieht die ersten Rauchschwaden der Feuerstellen in der Savanne.    

Inzwischen sind alle oben angekommen, kaum Wind, es ist warm. Schnell ein paar Gipfelfotos.  Müsliriegel und Dörrfleisch  geben Kraft für den Abstieg. Ganze 2000 Höhenmeter müssen wir noch hinunter, denn geschlafen wird 1000 Höhenmeter unter der Saddle Hut auf der Miriakamba Hut. Der Gipfel ist hier nicht die Hälfte der Tour, sondern ein Drittel. 

Drei Tage später ist gerade das salzlose Abendessen verdaut. Wieder steigt der Weg langsam durch den Regenwald an. Die Umbwe Route, die wir gewählt haben, zählt zu den steilsten und anspruchvollsten auf dem Weg zum Kilimanjarao. Deshalb war es umso wichtiger sich davor am Mount Meru an die Höhe zu gewöhnen. Steiler und schneller als bei allen anderen Routen gewinnt man hier an Höhe. Spektakulär windet sich der Pfad auf einem bewaldeten Bergrücken links neben der Barranco-Schlucht. Wir sind noch keiner anderen Gruppe begegnet.

Je höher wir kommen, desto kleiner werden die Pflanzen,  knapp unter 3800 Metern sind die Bäume mit den langen Bartflechten einfach weg. Senecien nehmen ihren Platz ein. Die Barranco-Schlucht weitet sich zu einer Hochebene. Hier treffen drei Besteigungsrouten aufeinander. Platz ist da für ein großes Camp. Dahinter der mächtige Gipfelaufbau des Kilimanjaro,  nochmals 1300 Meter höher als der Mount Meru. Hier werden zwei Nächte bleiben. Ein toller Platz, Sonnig und warm, einmal nicht packen, eine Stunde länger schlafen, Frühstück in der Sonne vor dem Zelt, im Rücken der Kili. Doch    wir erwischen am späten Vormittag eine Nebelphase und laufen  durch dichte Suppe zum Lava-Tower wir wollen auf der Höhe nochmals akklimatisieren und: hier kommen die Kletterer auf ihre Kosten. Unseren Guides bleibt zwar fast das Herz stehen, doch ein Teil der Gruppe muss da einfach rauf. Leichte Kraxelei führt zum Gipfel und für einen kurzen Augenblick verschwindet der Nebel und gibt den Blick auf das knapp 60 Meter senkrecht darunter liegende Camp frei. Morgen werden wir zweihundert Meter höher unsere letzte Nacht vor dem Gipfelversuch durch die Breach Wall verbringen.

Immer noch Nebel, dicht hängen die Wolken im Arrow Glacier Camp auf 4900 Meter Höhe. Das drückt auch auf die Stimmung, die Zeltwände triefen vor Nässe, im Essenszelt glitscht man auf matschigen Boden. Allen schmeckt das Essen noch, ein gutes Zeichen. Trotzdem ist die Anspannung zum Greifen. Was bringt der morgige Tag. Kurz bevor sie untergeht kämpft sich die Sonne noch etwas durch und lässt die Felsen der Breach Wall aufleuchten.

Jetzt gilt es. Ein paar Kekse zum Frühstück und natürlich das Porridge! Unser Koch bereitet unverzagt  jeden Tag einen großen Topf, obwohl schon seit langem kaum mehr einer etwas davon isst. Eddi – der Senior der Gruppe –  hatte schon vor Tagen den Porridgelöffel weggelegt. „Das schmeckt grau!“ war sein Kommentar und Schluss war es mit der Brühe. Zugegeben, ich habe auch schon besseres Porridge gegessen – doch das gibt es! Aber alles andere was unser Koch zubereitet hat, hat wirklich hervorragend geschmeckt. Aber was soll ich jetzt über Essen philosophieren. Wir müssen los, die Königsetappe folgt. 

Der Lavaschutt unter den Füßen ist fest gefroren, obwohl es nur milde minus vier Grad Celsius hat. Das ist gut so, es geht sich leicht und die Temperaturen sind erträglich. Und Und Und….Der Nebel ist weg. Jeder sucht sein Rhythmus, langsam steigen, nicht außer Atem kommen es liegen noch tausend Höhenmeter vor uns. Wie Wand wird immer steiler, manchmal benötigen wir unsere Hände. Die Schneefelder sind vereist aber zu kurz für Steigeisen. Die Sonne ist da, nur wir spüren sie nicht. Die Route verläuft auf der Westseite des Berges. Wir sind noch im Schatten. Dafür haben wir die umgekehrte Fototapete die wir am Mount Meru hatten. Der Kili wirft seinen Schatten, wir sehen den kleinen Bruder  leuchten.  Die Route wird so steil, dass wir die Hände zu Hilfe nehmen müssen. Hohe Felsblöcke müssen überwunden und erklettert werden. Was in den Alpen spielerisch und ein abwechslungsreiches Vergnügen wäre, reißt einem hier die Kraft aus dem Körper.  Man findet keinen Atemrhythmus. Jeder ist noch dabei, doch die Erschöpfung ist allen anzusehen.

Christian reißt die Arme hoch, mit einem Urschrei springt er die letzten drei, vier  Schritte auf das Kraterplateau. Er ist schon zum zweiten Mal auf dem Weg zum Gipfel des Kilimanjaro. Vor einigen Jahren stand er mit mir schon auf dem höchsten Punkt dem Ururuh Peak. Daraus entstand eine Freundschaft und viele gemeinsame Touren. Er war mit der Motor dieser Tour, führte uns zur Vorbereitung auf den winterlichen Brocken in seiner Heimat. Jetzt reizt ihn die Übernachtung auf dem Kraterplateau auf 5740 Meter Höhe und natürlich der Blick in den Reusch Krater. Das ist für morgen geplant. Hier wird es erst einmal flach. Feiner Lavasand bildet den Boden. Wie ein gestrandeter Riesentanker steht der Furtwängler Gletscher in der Ebene. Seine senkrechten Eisflanken wachsen unvermittelt aus dem Sandboden. Wie lange wird er noch stehen? Heute Nachmittag werden wir Eisbrocken aus ihm herausschlagen um Trinkwasser zu schmelzen. Ich habe ein fast ein schlechtes Gewissen.

Noch trennen uns 155 Höhenmeter vom Gipfel. Hier aber werden wir schlafen oder es zumindest versuchen. Nach dem Gipfel fasziniert zwischen den Eissäulen wandern und zum Sonnenuntergang nochmals zurück an die Kante zur Breach Wall  laufen. Hier wartet mit minus 15 Grad die kälteste Nacht auf uns und morgen früh dann nochmals ein kurzer Anstieg zum Rand des Reusch Kraters und einen Blick hinunter der nicht vielen vergönnt ist, bevor wir dann über den Stellapoint innert zwei Tage auf der Mweka Route absteigen werden.

Jetzt nochmals die letzten Kräfte mobilisieren, die kurze, ebene Strecke hat allen gut getan. Die letzten 150 Meter sollen die härtesten sein, loser Javagrieß der Horror aller Bergsteiger. Zwei Schritte vor, einen rutscht man zurück. Doch wir haben Glück: Der Aufstieg ist unter einer festen Schneedecke tief gefroren. Steil und stetig steigt der Pfad zum Freiheitsgipfel. Jeder geht seinen Takt. Endlich sieht man den Kersten Gletscher, es kann nicht mehr weit sein, doch das Gipfelplateau zieht sich in die Länge, gefühlte Stunden, keine Menschen zu sehen – sie sind alle schon auf dem langen Abstieg. Da das Gipfel-Schild:  Wir sind oben: Alle!

This entry was posted in Stories.